„Nichts für uns“? – Unternehmenspräsenz in den Sozialen Medien

Wenn mittelständische Unternehmen in Deutschland gefragt werden, warum sie nicht auf Facebook, Twitter und Co. vertreten sind und kein eigenes Blog betreiben, so erhält man häufig zur Antwort:

  • Wir sind mit unserer Internetseite schon gut aufgestellt und
  • wir sind nicht im Konsumbereich tätig, für uns kommt ein Social-Media-Auftritt nicht in Frage.

Das erste stimmt in der Regel. Viele Firmen hierzulande haben mittlerweile unglaublich ansprechende und informative Webseiten. Der zweite Punkt beruht auf einem Missverständnis.

In den Sozialen Medien tummelt sich fast die ganze Vielfalt menschlichen Daseins. Dabei wird von denen, die damit nicht vertraut sind, leicht übersehen, dass es eine Welt neben dem Like-Button gibt, die aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist.

Ein Blick auf die Internetseite des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) mag als Beispiel dienen.  Der Verein vertritt eine Berufsgruppe, die zurzeit stark umworben ist. In kaum einem anderen Bereich ist die Wirtschaft so sehr angewiesen auf qualifizierte Arbeitskräfte, deren Angebot so unzureichend ist,  und auch wenn die Ingenieursausbildung in Deutschland auf hohem Niveau erfolgt, kann sie doch die Nachfrage bei weitem nicht befriedigen.

Entsprechend groß ist allseits der Informationsbedarf. Der VDI ist in diesem Umfeld Informationsquelle und Ansprechpartner, nicht nur für Ingenieure. Er ist in den Sozialen Medien als „Sprecher, Gestalter und Netzwerker“ allgegenwärtig  und nutzt

  • Facebook  als größtes internationales Forum für Information und Unterhaltung mit seinen 25 Millionen aktiven Nutzern allein in Deutschland;
  • Twitter, den Kurznachrichtendienst, über den sich etwa 100 Millionen Menschen weltweit schnell und aktuell austauschen;
  • XING als Deutschlands größtes Business-Netzwerk und
  • YouTube, die Video-Plattform, in der Erkenntnis , dass Bewegtbilder bleibenden Eindruck hinterlassen und ein fester Bestandteil der Kommunikation in den sozialen Medien sind.

Zudem betreibt der VDI unter dem Motto „Erfahren Sie mehr über uns!“ auch ein eigenes Blog, um das zu bieten, was in den anderen Medien häufig zu kurz kommt:  Den Blick hinter die Kulissen mit Berichten von Veranstaltungen, Vorstellungen interessanter Menschen aus und um den Verein herum und Hintergrundinformationen zu aktuellen und grundlegenden Themen.

Inhalte dieser Art sind es, die letztlich in der Öffentlichkeit haften bleiben, besonders wenn sie über kurzlebigere Foren weiterverbreitet und immer wieder in Erinnerung gerufen werden.  Inhalte sind es denn auch, mit denen Unternehmen in den sozialen Medien punkten.

Inhalte sind König, „Content is King“, wie Dr. Susanna Gebauer, die Geschäftsführerin des Business Portals „exploreB2B“, betont, und sie nennt acht Gründe dafür, warum das so ist.

  1. Expertise lässt sich nicht in einem Slogan vermitteln.
  2. Reputation wird nicht durch die Behauptung, Expertise zu haben, erreicht.
  3. Werbung wird oft als lästig empfunden und blockiert oder nicht zugelassen.
  4. Internetnutzer teilen Werbung nicht miteinander in der Weise, wie sie Inhalte verlinken und in ihren Netzwerken weiterleiten.
  5. Nutzer vernetzen sich nicht mit Rufern, die eine Werbebotschaft in die Welt posaunen, sondern mit Anbietern, von denen sie sinnhafte Beiträge und einen qualifizierten Austausch erwarten und erhalten.
  6. Bei Werbepausen im Fernsehen wird umgeschaltet oder der Raum verlassen. Nicht anders ist es mit Werbung im Internet.
  7. Slogans sind nur begrenzt kreativ, während der Spielraum für unterhaltende oder informative Inhalte darüber hinaus schier unendlich ist.
  8. Und schließlich das Allerwichtigste: Mit Werbung werden Sie zum Unterhalter, mit Inhalten zum Vordenker:

Ads make you an entertainer; content makes you a thought leader.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s